Bayard ist die Hauptstadt Yadosiens, 231 v.EC auf den Ruinen Elentreas gegründet. Die Stadt galt als die schönste Tirakans, voller Tempel, Villen und Handelshäuser. Etwa 11.000 Menschen leben hier. Die Stadtmauer bildet ein gestrecktes Achteck mit Türmen an den Ecken, im Norden liegt das Meer. In der Mitte erhebt sich ein Hügel mit dem Palast, dem Schloss Bayard, und der Akademie der Hohen Magie, deren Türme und Brücken ständig die Farbe wechseln. Sie sind das einzig Bunte in der Stadt.
Die Stadt im Winter 505 EC
Von der alten Pracht stehen die Fassaden. Seit 480 EC kommen keine fremden Händler mehr, viele Handelshäuser sind verriegelt, die Akademien seit 490 EC geschlossen. Die Stimmung ist düster. Die meisten Bürger sind resigniert und zurückhaltend, sie reden leise und bleiben nicht stehen. Etwa ein Fünftel sind leere Menschen: Sie arbeiten, essen und gehen ihre Wege, zeigen aber keine Regung. Streifen der Gefühllosen gehen durch die Straßen und handeln kalt wie Maschinen. Einmal im Monat wird vor dem Tempel des Chronar das Los der Schlange gezogen. Ob noch ein Mensch auf dem Thron sitzt, weiß niemand. Man spricht Yadosisch; Flüche und Ausrufe klingen französisch, etwa „merde“ oder „ça alors“.
Stadttor und Hafen
Die Straße von der Grenze kommt durch das Osttor in die Stadt. Gefühllose stehen davor, sehen in die Wagen und fragen nichts. Gaukler werden am Tor geduldet.
Der Hafen liegt vor der Nordmauer, zu beiden Seiten von Hafenmauern eingefasst. Seit Yadosien abgeschnitten ist, liegen dort Fischerboote und wenige Küstensegler, fremde Schiffe kommen nicht. Unter dem Kai mündet ein alter Kanal, halb unter Wasser, mit einem verrosteten Gitter davor. Wohin er führt, weiß niemand.
Marktplatz
Der große Markt liegt vor dem Hügel; von hier hat man den besten Blick auf die Akademie der Hohen Magie. Er findet jeden Tag statt, aber es gibt nur noch, was Yadosien selbst hergibt, und Händler und Käufer wechseln wenige Worte. Auf dem Platz steht die Statue des Baron Margona, des Gründers der Inquisition Magica, und blickt zur Akademie hinauf. Die Inquisition wurde 195 EC in Bayard gegründet, um die magischen Zirkel zu zerschlagen, und 330 EC verboten. Dass jetzt eine Echse die Akademien geschlossen hat, ist ein bitterer Witz, den manche Bürger leise erzählen.
Tempel des Algor und der Nadal
Der Tempel des Algor ist ein Bau aus hellem Stein mit flacher Kuppel, über dem Portal und über dem Altar eine Sonnenscheibe. Er ist offen, aber fast leer; zwei, drei Priester in weißen Roben halten die Gebete.
Der Tempel der Nadal war wie alle Tempel der Göttin ein stiller Ort des Studiums der Magie. Die Echse hat ihn 490 EC mit den Akademien schließen lassen. Das Tor ist mit einer Kette verschlossen, davor wacht ein steinerner Greif, der Begleiter der Göttin. Das Fest der Nadal am ersten Nebelmond hat in diesem Jahr niemand gefeiert.
Die Statue des Albert de Amsuine
An der Bürgerkriegsallee, der größten Straße der Stadt, steht die verfallene Statue des Generals Albert de Amsuine. Niemand pflegt sie, das Gesicht ist verwittert. Amsuine überlebte 312 EC als Einziger einen Stoßtrupp am Blutwall. Vor seinen Augen verkündete eine schlangenartige Gestalt das Jahrhundert der Schlange, und er trug die Botschaft in die Königreiche. Alte Bürger erzählen, er sei der Erste gewesen, der die Stimme der Schlange hörte.
Geschichte
98 v.EC eroberte Thandralf le Cruel Bayard und ließ es niederbrennen. Adam Vignoble wurde 28 v.EC König von Yadosien, baute den Palast wieder auf und machte Bayard wieder zur Königsstadt. 195 EC wurde hier die Inquisition Magica gegründet, 277 EC die Akademie der Arkanen Künste. Königin Marina benannte 400 EC die größte Straße in Bürgerkriegsallee um. Über sie wurde 410 EC unter großem Aufgebot ein gefangener Priester der Echsen in die Stadt gefahren und in den hohen Turm der Akademie gesperrt. 477 bis 482 EC schottete sich Yadosien ab, 490 EC rief die Echse das Reich der Schlange aus. Seit etwa 495 EC wird das Los gezogen. 505 EC brannte die Akademie der Arkanen Künste teilweise ab.