Die Galle ist eine hochviskose, leuchtend goldgelbe bis giftgrüne Flüssigkeit, die in der Gallenblase der Bergwyvern gespeichert wird.
Der Geruch ist beißend, schwefelig und mit einer Note von verbranntem Kupfer. Schon das Einatmen der reinen Dämpfe kann die Nasenschleimhäute verätzen.
In Tiraka glaubt man, dass die Galle die „Essenz des ungestillten Hungers“ enthält. In der Alchemie wird sie als Katalysator verwendet, um andere Zutaten gewaltsam miteinander zu verschmelzen, die sich normalerweise abstoßen würden.
Die Gewinnung der Galle ist ein schwieriges Unterfangen für einen Alchemisten, da sie höchste Präzision unter widrigen Bedingungen erfordert.
Die Galle muss innerhalb von 1W6 Stunden nach dem Tod der Kreatur entnommen werden. Danach beginnt die Zersetzung der Gallenblase, und die Flüssigkeit verliert ihre alchemistische Potenz.
Man benötigt chirurgisches Besteck aus gehärtetem Stahl oder speziellen Keramikmessern. Einfaches Eisen würde von der Säure binnen Sekunden zerfressen werden.
Der Prozess des Eingriffs läuft wie folgt ab: Der Kadaver muss auf dem Rücken fixiert werden. Ein tiefer Schnitt unterhalb des Brustbeins legt die Leber frei. Die Gallenblase ist ein prall gefüllter, pulsierender Beutel. Sie muss mit einer Klemme am oberen Ende abgebunden werden, bevor man sie vorsichtig herausschneidet. Ein erfolgreicher Wurf auf Geschick (oder Medizin) gegen MW 8 ist erforderlich.
Sollte der Beutel platzen, erleidet der Erntende sofort 1W6 Schaden durch Verätzung, und die Zutat ist unwiederbringlich verloren.
Wyvern-Galle kann nicht in normalen Glasfläschchen aufbewahrt werden, da sie das Glas mit der Zeit „blind“ macht und spröde werden lässt. Erfahrene Abenteurer nutzen bleigefütterte Tonkrüge oder Gefäße aus reinem Quarz, um die Substanz sicher nach Hause zu bringen.